BLC 2021 - Felix Schmidling: Bio von hier mit dir.

Dieses Mal haben wir mit Felix Schmidling über seine Session "Bio von hier mit dir". Regionale Wertschöpfung erhöhen durch Kooperation als Genossenschaft" gesprochen.

Felix Schmidling ist seit Dezember 2020 als Bio-Wertschöpfungsketten-Manager bei der Franken-Gemüse Knoblauchsland eG tätig. In dieser Rolle kümmert er sich u. a. um die Belange bestehender Genossenschaftsmitglieder und betreut neue Erzeuger*innen bei der Umstellung. Gleichzeitig baut er fleißig an neuen Kooperationen und erschließt Absatzkanäle für die Erzeugnisse aus dem Knoblauchsland. Während der Fokus bisher vor allem auf dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel lag, möchte Felix künftig auch immer mehr Fachhändler als Abnehmer gewinnen. Daneben bietet die Außerhausverpflegung (AHV) großes Potenzial, um speziell auf lokaler und regionaler Ebene kurze und transparente Lieferketten zu etablieren und damit den Verbraucher*innen das Bio-Gemüse aus der eigenen Region schmackhaft zu machen. Bei verschiedenen Exkursionen zu den Gemüsebaubetrieben der Genossenschaft konnten sie bereit mehr über die Anbaubedingungen erfahren. Den dabei stattfindenden Dialog zwischen den Erzeuger*innen und den Konsument*innen will man künftig im Knoblauchsland noch stärker ermöglichen.

Insofern hat Felix immer gleich mehrere Bälle parallel in der Luft zu halten bzw. verschiedene Akteure/Akteurinnen zufriedenzustellen. Besonders deutlich wurde das während seiner Session in der Gruppenarbeit an den Flipcharts. Insgesamt vier Charts (Erzeugergemeinschaft, Verarbeitungsunternehmen, Handel, AHV) und jeweils sechs Kategorien (Chance, Fallstrick, Herausforderung, Lösung, Fazit, politische Forderung) wurden von den BLC-Teilnehmenden gemeinsam „beackert“.





Mit den Ergebnissen zeigte sich Felix durchaus zufrieden. Viele der genannten konkreten Maßnahmen hatte er bereits in Planung, wie etwa die Durchführung von runden Tischen oder eine Auftaktveranstaltung für die „GemüseWert“ Initiative. Für ihn ist das eine erste Bestätigung seiner noch jungen Bemühungen.





Doch neben all den Chancen und Potenzialen waren mindestens genau so viele Herausforderungen auf den Wänden zu lesen. Ein politischer Wille zu mehr Bio und Regionalität v. a. in der Außerhausverpflegung scheint zwar in Teilen vorhanden zu sein, ohne Eigeninitiative der Erzeugergemeinschaften und Personen wie Felix würde sich am Ende aber wenig tun in den Töpfen der bayerischen Kantinen und Großküchen. Wobei man hier nicht unerwähnt lassen darf, dass Felix zwar bei der Franken-Gemüse Knoblauchsland eG fest angestellt ist, seine Stelle aber zu 80% durch das BÖLN des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wird.

Umso schöner war es auch für mich als BLC-Veranstalter zu hören, dass Felix auf dem Camp wertvolle Kontakte knüpfen konnte und nun bereits mit zwei Großhändlern in engerem Austausch ist. Selbst dem Bio-Pionier Werner Lampert aus Österreich (geistiger Vater hinter den Bio-Eigenmarken „Ja, natürlich!“ und „zurück zum Ursprung“ ist Felix Arbeit mittlerweile bekannt.

Denn die beiden tauschten sich vor Kurzem in einem vom bayerischen BauernVerband organisierten „Tag des Ökolandbaus“ (Online) über Ländergrenzen hinaus aus.


Übrigens eine Eigenheit, die Felix auch beim Camp sehr zu schätzen wusste (der Austausch zwischen Deutschen und österreichischen Teilnehmenden). Auf die Frage, was er darüber hinaus gut fand und wie er einer Person das BLC erklären würde, die es noch nicht kennt, antwortete er:

"Das Biolebensmittelcamp ist ein Ort der Inspiration, an dem ein wertschätzender Umgang miteinander und eine konstruktive Diskussion stattfinden, die einen beflügeln und weiterbringen und die in kurzer Zeit ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen."

Wow, lieber Felix besser hätten wir es selbst nicht beschreiben können! Wir freuen uns darauf, dich im Oktober 2022 wieder mit dabei zu haben und zu hören, was sich bis dahin alles weiterentwickelt hat. Bei dir, im Knoblauchsland und in der bayerischen Bio-Branche.

Wer nicht so lange auf ein Gespräch mit Felix warten möchte, der hat aller Voraussicht nach die Chance, ihn bei der Biofach 2022 am Gemeinschaftsstand der BiometropoleNürnberg zu treffen.